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Augmented Reality als neuer Trend im Tourismus

Anlässlich des Spezialteils zum Thema Tourismus in der Ausgabe Dezember/Jänner bat das Magazin Die TIROLERIN Michael Falkner, Regionaler Geschäftsleiter für Tourismus in der BTV, zum Experten-Interview. Dabei ging es unter anderem um einen der wohl spannendsten Branchentrends: Augmented Reality wird die Branche in nächster Zukunft maßgeblich beeinflussen.

Herr Falkner, was können Technologien wie Augmented Reality für den Tourismus leisten?

 

Technologien wie Augmented & Virtual Reality schreiten stetig voran und verändern unser Konsumverhalten. Für Tourismusbetriebe eröffnen sich damit neue Möglichkeiten und Perspektiven. In der Forschungsarbeit, die wir gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut zum „Alpentourismus der Zukunft“ durchführten, wurde die Überlagerung von realen und virtuellen Welten als ein Differenzierungspotenzial im Tourismus identifiziert. Bedeutend wird für Tourismusbetrieb und Gast, wie viel „echte“ Umwelt und „echtes“ Erlebnis dem Gast angeboten und wie viel virtuelle Überlagerung in die persönliche Erlebniswelt des Gastes eingespielt wird. Durch umfangreichere Gestaltung der Marketingaktivitäten sowie die Kombination von Online und Offline können einerseits Gäste erreicht und andererseits langfristige Beziehungen aufgebaut werden.

 

Wird der Luxusbegriff in zehn Jahren noch der gleiche sein wie heute?

 

Unter diesem Begriff werden sehr unterschiedliche Dinge verstanden, doch in jedem Fall handelt es sich aus Sicht des Gastes, insbesondere bei Urlaubsreisen, immer um etwas Seltenes, Bedeutungsvolles. Das wird auch noch in zehn Jahren so sein. Es ist jedoch auch eine Wandlung des Luxusbegriffs vom Produkt zum Erlebnis und vom Erlebnis zur non-materiellen Sehnsucht nach Zeit und Ruhe zu beobachten. Dieser Trend wird von unseren betreuten Hotelbetrieben sehr erfolgreich aufgegriffen. Beispielsweise durch persönlichen Service, durch innovative Angebote, die Prävention, Gesundheit und Spiritualität fokussieren und zum modernen Healthstyle passen, oder durch Urlaubsformate wie Workation, die Antworten auf neue Remote-Arbeitsmodelle sind.

 

Wie wird sich das Buchungsverhalten der Menschen verändern?

 

Seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie ist eine wichtige Säule des Tourismus ins Wanken geraten: die Planbarkeit. Flexible Buchungs- und Stornierungsmöglichkeiten sind so gewünscht wie noch nie. Urlauberinnen und Urlauber, aber auch Geschäftsreisende möchten zwar weiterhin verreisen, nicht jedoch das Risiko eines möglichen Ausfalls der Reise tragen. Das Buchungsverhalten wird sich daher längerfristig ändern. Statt lange im Voraus eine Reise zu planen, entscheiden sich die Gäste kurzfristig. Eine Herausforderung, auf die sich Hotelbetriebe, Reiseveranstalter und Fluggesellschaften flexibel einstellen müssen. Chancen sehe ich bei der Entzerrung von Urlaubszeiten sowie bei der Erhöhung der Aufenthaltsdauer am Urlaubsort aufgrund hybrider Arbeitsmodelle.

 

Welchen Einfluss wird das gesteigerte Nachhaltigkeitsbewusstsein auf die Mobilität haben?

 

Nachhaltige Mobilitätskonzepte werden zur Pflichtaufgabe im Tourismus. Die Frage ist nicht länger, ob nachhaltige Mobilitätskonzepte in Destinationen sowohl für die An- und Abreise als auch für die Mobilität vor Ort initiiert oder optimiert werden sollen, sondern es geht um das Wie. Vor allem für tourismusintensive Alpendestinationen besteht Handlungsbedarf. Gäste, die in Städten leben, sind eine wachsende Zielgruppe, die hohe Anforderungen an funktionierende, bequeme und nachhaltige Mobilität hat. Sie sollen sich schon bei der Anreise stressfrei auf den Urlaub einstimmen können und mit einem positiven letzten Eindruck aus dem Urlaub nach Hause zurückkehren.

 

Das Experten-Interview mit Michael Falkner lesen Sie demnächst in der Ausgabe Dezember/Jänner von Die TIROLERIN.