
Knapp 60 Jahre ist es her, dass auf dem Titlis die Bergstation errichtet wurde. Doch das Gebäude war längst veraltet und dem Besucheransturm in den Schweizer Alpen nicht mehr gewachsen. Nun entsteht auf 3.000 Metern ein Infrastrukturprojekt, das hohe Anforderungen an die Ressourcennutzung mit höchster technischer Präzision vereint.
Über 90.000 Liter Heizöl jährlich verbrauchte die alte Bergstation – was etwa dem Bedarf von 40 Einfamilienhäusern entspricht. Damit einher gingen eine hohe Feinstaubbelastung sowie rund 280 Tonnen freigesetztes CO2. Durch die Umstellung auf erneuerbare Energien strebt das Projekt künftig eine Reduktion der Emissionen um mehr als 90 % an. Darüber hinaus soll durch die effiziente Abwärmenutzung der Kälteanlagen der Energieverbrauch pro Quadratmeter um 80 % gesenkt werden.
Entwickelt wurde das architektonische Konzept von dem renommierten Architekturbüro Herzog & de Meuron. Dessen Entwurf verwandelt die alte Substanz in ein kristallähnliches Konstrukt. Obwohl die Nutzfläche der neuen Bergstation um 85 % steigt, soll der Wärmebedarf dadurch um 50 % niedriger ausfallen. Überschüssige Energie wird eingespeist und ein Wasserspeicher in der neuen Station dient als saisonaler Energiepuffer. In den Übergangszeiten ermöglicht die integrierte Nutzung der Abwärme eine effiziente Gebäudewärmeversorgung.
„Das Projekt zeigt einen möglichen Entwicklungsweg für zukünftige Bergbahn- und Infrastrukturprojekte.“
Leiter Infrastrukturplanung, Projekt TITLIS
Der Projektansatz berücksichtigt aber nicht nur die Energiereduktion, sondern auch die Wiederverwendung der bestehenden Bausubstanz. Der gesamte Baukörper der Rotair Bergstation bleibt erhalten und wird in das neue Gebäude integriert. Zudem werden die vorhandenen Fundamente, die heute bereits bestehenden Wasserspeicher sowie die „Topographie“ des bestehenden Untergeschosses im Berg weiterhin genutzt. Auch bei der Errichtung des Turms bleibt der bestehende Betonkern erhalten, ebenso werden große Teile der bestehenden Stahlkonstruktion weiterverwendet und durch die neue leichte Stahl-Glas-Konstruktion ergänzt. Damit kann der Materialbedarf gesenkt werden und auch die Eingriffe in die Natur werden geringer gehalten.
Die eintreffenden Gäste erwartet auf der Bergstation künftig neben Geschäften und Restaurants auch ein Panoramawalk. Die Eröffnung der „TITLIS Peak Station“ ist für 2029 geplant.
Highlights auf dem Gipfel
Parallel zur neuen Bergstation wurde eine moderne, einspurige Pendelbahn errichtet. Nach ihrer Nutzung als Materialtransportbahn wird sie künftig auch Gäste befördern. Dadurch soll das gesamte Verkehrssystem auf dem Gipfel neu definiert werden. Denn die sogenannte „TITLIS Connect“ wird auch während der jährlichen Revisionsarbeiten der bereits bestehenden Bahn „TITLIS Rotair“ Gäste auf den Berg bringen.
Drittes Element des Projekts ist der „TITLIS Tower“, der bereits im Frühling 2026 für Gäste geöffnet werden soll. Neben einem Restaurant, einer Bar und einer Ausstellungsfläche bietet der umgestaltete Turm auch eine Aussichtsterrasse mit einem unvergleichlichen Blick auf das imposante Bergpanorama.
Nach Unternehmensangaben basiert der gesamte Energiebedarf der Titlis Bergbahnen auf 100 % Wasserkraft. Zudem ist das Unternehmen an eine Zielvereinbarung der act Cleantech Agentur Schweiz gebunden, wodurch Energieeffizienz und CO2-Reduktion gefördert werden.
Das einzigartige Bauprojekt vereint moderne Technik und beeindruckende Architektur.





























































